Noch immer meint die Autolobby, dass man bei uns das Auto kostenlos abstellen können muss

Beitrag im Stauferkurier vom 5. Januar 2023

Ich wünsche Ihnen allen ein gutes und friedliches neues Jahr. Leider beginnt es besorgniserregend mit dem wärmsten Silvestertag seit es Temperaturaufzeichnungen gibt. Manche freut das, für die Natur ist es verheerend. Bienen werden aktiv – verhungern allerdings mangels verfügbarer Nahrung. Inzwischen behaupten zwar alle, den Klimawandel ernst zu nehmen, doch in der Realität verhindern Trägheit und ideologisches Denken notwendige Maßnahmen.

Das für mich frustrierendste Ergebnis war die Ablehnung unseres Antrags auf zusätzliche Stellen im Bauamt, um die energetische Sanierung der stadteigenen Gebäude voranzubringen. Experten meinen, dass 10 weitere Stellen notwendig seien, um unser selbstgestecktes Ziel der Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen – wir hatten die Schaffung zweier Stellen beantragt. Obwohl Stadträte und Verwaltung durchweg der Meinung sind, dass die energetische Sanierung sehr wichtig ist, hatte jede Fraktion ein anderes Argument, warum man JETZT diese Stellen nicht schaffen sollte.

Ebenfalls unverständlich: Noch immer meint die Autolobby, dass man bei uns das Auto kostenlos abstellen können muss. Mit einer zielgerichteten Förderung der Innenstadt hat das nichts zu tun, viel aber mit ideologischen Denkverboten. Das Geld könnten wir effektiver einsetzen – Vorschläge dazu liegen auf dem Tisch. Der fantasievollste davon ist eine Lotterie. Bei jedem Einkauf in der Innenstadt gibt es ein Los. Am Ende des Monats werden 25.000 Euro verlost. Mit Sicherheit reizvoller als ein Zuschuss zum Parkticket.

Es gibt auch Hoffnung: Wir sind zuversichtlich, dass die Umgestaltung der Bushaltestelle am Bürgerzentrum bald beschlossen wird. Sie bringt dringend notwendige Verbesserungen für die gesetzlich verankerte Barrierefreiheit und den Fuß- und Radverkehr.
Die Windmessung auf der Buocher Höhe läuft seit Ende Dezember. Wir setzen auf Windkraft auf Waiblinger Gemarkung!

Antrag auf Förderung von Balkonkraftwerken hat im zuständigen Ausschuss leider keine Mehrheit gefunden

Beitrag im Stauferkurier vom 15.12.2023

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

Daniel Bok

frostig kalt ist es in diesen Tagen und die wärmende Vorfreunde auf die Feiertage wird überschattet von der Gewissheit der Tariferhöhungen von Gas, Strom und Heizöl. Der Blick in Richtung Klimaneutralität wärmt das Gemüht auch nur für wenige Minuten wenn nicht gar Sekunden. Wie gut geht es demjenigen der sich zumindest teilweise unabhängig gemacht hat und seinen Strom selbst erzeugt. Unser Antrag auf Förderung von Balkonkraftwerken hat im zuständigen Ausschuss leider keine Mehrheit gefunden.

Nutzen Sie trotzdem die Möglichkeit und schaffen sich ein eigenes Kraftwerk an. Und schon fällt die nächste Abschlagsrechnung gar nicht mehr so schlimm aus.

Ausgefallen hoch bewegt sich der städtische Haushalt mit über 200 Mio. Ein neuer Rekord. Bei den vielen Einnahmen und Ausgaben und einer gewissen Unsicherheit für die kommenden Jahre darf man aber nicht in Schockstarre verfallen. Die Verschuldung im Haushalt ist im Vergleich zu den umliegenden Kommunen vertretbar. Rast zeugt Rost. Deshalb haben wir auch für diesen
Haushalt Anträge eingereicht. Mehr Personal für die Digitalisierung und mehr Personal für den Hochbau zur energetischen Sanierung der städtischen Gebäude. Fortführung des Radwegs in der Neue Rommelshauser Straße und Rückbau mit Entsiegelung und Begrünung der Jesistraße – Kreuzung Rinnenäcker bis Partnerschaftskreisel (REMS-Werk). In diesen Bereichen sehen wir ein großes Potential welchen genutzt werden will.

Wenig Potential sehen wir in der Fortführung der E-Scooter im Stadtgebiet mit Ausweitung auf die Ortschaften. Die Argumente dagegen überwiegen. Die Entscheidung auf Fortführung konnten wir im zuständigen Ausschuss KNU nicht teilen.

Für die anstehenden Feiertage wünsche ich Ihnen stets wärmende Gedanken und Besinnung auf das Wesentliche, der Nächstenliebe.

Ihr Daniel Bok

„Das ist der heißteste Sommer, den ich je erlebt habe.“

Beitrag im Stauferkurier vom 4.8.2022

„Das ist der heißteste Sommer, den ich je erlebt habe.“ „Naja, es ist der kühlste Sommer von allen, die du noch erleben wirst.“ Wir stecken mitten in der seit 30 Jahren vorausgesagten Klimakrise.

Leider geht es mit den ebenso lange bekannten Lösung nur im Schneckentempo voran. Wie viele PV-Anlagen installieren die Stadtwerke in diesem und im nächsten Jahr? Wann startet die Windmessung auf der Buocher Höhe? Hat man weitere potentielle Windkraftstandorte im Blick? Wie können zukünftig Erdwärme und Grünschnitt energetisch genutzt werden? Dazu hätte ich beim Bericht der Stadtwerke im Gemeinderat gerne etwas gehört. Leider Fehlanzeige – so lösungsorientiert arbeitet man nicht. Welches Potenzial gibt es noch bei der Nahwärmeversorgung? Selbst auf diese Frage habe ich bisher keine konkrete Antwort erhalten.

Wir brauchen endlich Taten statt Worte: Städtische Gebäude müssen schnellstens saniert und CO2-neutral beheizt werden. Statt weiterer Flächenversiegelung brauchen wir Bäume und Stadtgrün, um die Innenstädte zu kühlen. Dach- und Fassadengrün sind heute wichtiger denn je. Klimaschädliche Schottergärten sollten renaturiert werden. Wir brauchen eine regionale Ernährungsstrategie, das hat uns der Ukrainekrieg gelehrt. Guter Ackerboden darf deshalb nicht zu Bauland werden. Tempo 30 in der Innenstadt sollte ebenso die Regel sein, wie der Vorrang für Fußgänger*innen und Radverkehr vor dem Auto.

Jede*r von uns kann was tun. Jede eingesparte Kilowattstunde an Strom und Gas schützt uns vor harten Maßnahmen im Winter. Und was machst du konkret?, wurde ich gefragt. Der WLAN-Router schaltet jetzt über Nacht ab, die Warmwassertemperatur wurde reduziert, ein Balkonmodul zur Eigenstromerzeugung steht bereit, ein Sparduschkopf hilft Wasser sparen. Das Gießwasser fürs Balkongemüse kommt aus der Regentonne und die Spülmaschine läuft dann, wenn die Sonne scheint. Gewiss ist aber auch: Wir brauchen Entschlossenheit und einen langen Atem.

Wie soll sich Waiblingen bis 2030 entwickeln?

Beitrag im Stadtanzeiger vom 2.6.2022

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger – Wie soll sich Waiblingen bis 2030 entwickeln? Wie schaffen wir es zu wachsen, ohne im Außenbereich die grüne Wiese und wertvolle Flächen durch neue Baugebiete zu versiegeln? Wie schaffen wir das Ziel
der „Netto-Null“ beim Flächenverbrauch wie es im Koalitionsvertrag verankert ist? Wie können wir unsere lebenswichtigen Grünzonen erhalten? Wie wollen wir die vom GR beschlossene Klimaneutralität bis 2035 erreichen? Das geht nur, wenn wir alle gemeinsam umdenken.

Wie kann die Stadt Anreize für Bewohner schaffen, um der Mobilitätswende Herr zu werden und Fußgängern und Radfahrern eine wirkliche Alternative zum Auto zu geben? Ist die Brötchentaste noch zeitgemäß? Wann starten wir mit der Realisierung des Radkonzepts und der Anbindung an die Radschnellwege? Wir brauchen bezahlbare und grüne Energie. Wie ist es möglich ein Vielfaches mehr an Energie durch Wind und Sonne selbst zu erzeugen oder gar autark zu werden? Wir brauchen einen Raum für Kultur und Miteinander. Wie schaffen wir es die Innenstadt, aber vor allem auch Teilorte, so zu beleben und weiterzuentwickeln, dass es diesen Raum für Jung und Alt gibt?

All diese Fragen wurden zum Teil vor Kurzem auf der Klausurtagung des Gemeinderats diskutiert und sind meiner Meinung nach sehr wichtig. Wie denken Sie darüber? Wie wünschen Sie sich Ihren Wohnort 2030? In den kommenden Wochen wird es eine Bürgerbeteiligung hierzu geben. Gut ist, dass die Stadtverwaltung zusätzlich wieder auf die in der Vergangenheit bewährten Umfragemöglichkeiten wie Onlinebeteiligung via Padlet-Forum, E-Mail und Postkarte setzt. Denn es hat sich gezeigt, dass über diese Tools eine wesentlich breitere Beteiligung erreicht wird als über eine Infoabendveranstaltung.

Nutzen Sie Ihre Chance unsere Stadt Waiblingen weiterzuentwickeln und lassen Sie uns wissen, was Ihnen wichtig ist.

Tobias Märtterer GRÜNT – www.gruent-waiblingen.de

Höchste Zeit, dass wir uns unabhängig machen und so viel Energie wie möglich selber erzeugen

Beitrag im Stauferkurier vom 14.4.2022

Der Ukraine-Krieg führt uns vor Augen wie fatal unsere Abhängigkeit von Russland bei Kohle und Gas sind. Höchste Zeit, dass wir uns unabhängig machen und so viel Energie wie möglich selber erzeugen. Gut, dass wir uns in Waiblingen mit dem einstimmigen Beschluss zur Klimaneutralität bis 2035 schon eindeutig positioniert haben. Denn diese beiden Krisen – Klimakrise und Ukraine-Krise – sind enger miteinander verzahnt, als wir es wahrhaben wollen. Windkraft kann ein Standbein zur Unabhängigkeit sein und einige Tausend Haushalte mit der nötigen Energie versorgen. So schnell als möglich sollten wir die notwendigen Voruntersuchungen und Gutachten erstellen, um auf Waiblinger Gemarkung Wind zu ernten. Grünt+Tierschutzpartei hat hierzu einen Antrag gestellt, der in einer der nächsten Sitzungen beraten wird. Die Sonne schickt uns im Gegensatz zum Stromlieferanten keine Rechnung. Nicht jede*r steht ein geeignetes Dach in Südausrichtung. Hier können sogenannte Balkonmodul helfen, die den erzeugten Strom direkt ins Hausnetz einspeisen. Strom, der in dem Augenblick, wo er erzeugt wird, auch gleich wieder verbraucht werden kann. Dankenswerter Weise informiert das Waiblinger Klimabündnis unter www.waiblingen-klimaneutral.de was hier zu beachten ist.

Neben dem klaren Waiblinger Ziel zur Klimaneutralität steht auf Landesebene beim Flächenverbrauch die Nettonull bis 2035. Das sind fraglos ambitionierte Vorhaben. Wer in der jetzigen Situation weitere Wohngebiete auf derzeit landwirtschaftlich genutzten Flächen fordert, muss sich die Frage gefallen lassen, wie weit er hinter diesen Zielen überhaupt steht. Zumindest müsste er aufzeigen, wie dies mit den ohnehin schwer zu erreichenden Zielen vereinbar
sein soll. Wir haben noch 12 Jahre Zeit. Sonntagsreden können wir uns sparen, jetzt muss gehandelt werden. Haben Sie gute Ideen, was zu tun wäre – schreiben Sie mir gerne!